AKTUELL

Über die Messbarkeit von Musik

Kantonales Musikfest 2018 in Laufenburg

«Seid ihr zufrieden mit dem Resultat am Kantonalen Musikfest in Laufenburg?»

Eine schwierige Frage.

Um langen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, könnte man wahrheitsgetreu antworten: Wir sind auf dem dritten Platz gelandet. Das tönt ganz gut. Meist nickt der Fragesteller nach dieser Antwort anerkennend. Sofern er nicht weiss, dass in unserer Kategorie (1. Stärkeklasse Brass Band) nur drei Vereine teilgenommen haben (Oberrüti, Künten und wir).

Beat Feuz gewinnt die Lauberhornabfahrt in 2:26,50. Usain Bolt sprintet 100 Meter in 9,58 Sekunden. Und Werner Günthörs Rekordkugel flog damals in Bern 22,75 Meter weit. Alles prima messbar. Manchmal wird mit illegalen Substanzen etwas geschummelt, aber messbar bleibt es.

Schöne oder weniger schöne Töne lassen sich mit keiner Uhr messen. Und ein herkömmliches Massband hilft wenig dabei, die korrekte Länge einer ausgehaltenen Note zu überprüfen. Dynamik, Intonation, Klangausgleich, musikalischer Ausdruck, Rhythmik und Metrum heissen die gängigen Messkriterien in der Blasmusik. Nur ist deren Anwendung nicht sehr bedienerfreundlich. Musikanten und Zuhörer haben Vorlieben. Dem Hans gefällt es so besser und dem Eugen eben andersrum. Sämtliche Messkriterien unterliegen der subjektiven Wahrnehmung. Warum Musik wohl tut im Ohr und im Herz drin, lässt sich nicht immer begründen und nur schwer messen.

So kann es zur Situation führen, dass es den spielenden Musikanten im Ohr und Herz wohler getan hat, als den zuhörenden Juroren. Im Fachjargon wird das als Wahrnehmungsdiskrepanz bezeichnet. Und diese Wahrnehmungsdiskrepanz hat sich im Rückblick etwas ungünstig auf die Rangliste des Kantonalen Musikfests in Laufenburg ausgewirkt (natürlich nur aus unserer, sehr subjektiven, Perspektive betrachtet).

Genossen haben wir es trotzdem, unabhängig von der Rangliste, ein schönes, heisstemperiertes Musikfest am Ufer des Rheins.

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